5. Bauliche Anforderungen an Fußböden (Bodenbeläge)

Fußböden bzw. Bodenbeläge dürfen keine Stolperstellen aufweisen. Als Stolperstellen gelten Höhenunterschiede von mehr als 4 Millimeter. Die Fußbodenbeläge sollen eben und zudem so gestaltet sein, dass die Bildung von Wasserlachen vermieden wird. Das Abfließen von Flüssigkeiten wird meist durch ein leichtes Gefälle des Fußbodens hin zu Ablauföffnungen gewährleistet.


Fußböden bzw. Bodenbeläge dürfen keine Stolperstellen aufweisen.

Abb. 3: Auslauföffnung ist direkt unter den Ausläufen angebracht

Abb. 3: Auslauföffnung ist direkt unter den Ausläufen angebracht

Bodenabläufe müssen in ausreichender Zahl vorgesehen und an Stellen angeordnet sein, an denen Flüssigkeit zu erwarten ist. So sollten bspw. in Küchen vor den Kochkesseln, Kippbratpfannen etc. Auslauföffnungen sein. Falls dies bautechnisch nicht möglich ist, sind Ablaufrinnen so vorzusehen, dass das Benetzen des Arbeits- und Verkehrsbereiches vermieden wird.

Das Ablaufsystem muss ausreichend bemessen sein, dass das anfallende Wasser ohne Rückstau abgeführt werden kann. So wird verhindert, dass Bodenbereiche überflutet werden.

Um Stolperstellen zu vermeiden, sind Abdeckungen eben mit dem angrenzenden Fußboden zu verlegen. Auch die Oberflächen von Abdeckungen müssen rutschhemmend gestaltet sein.

Abb. 4: Eben verbaute Auslauföffnung mit profilierter Gitterabdeckung

Abb. 4: Eben verbaute Auslauföffnung mit profilierter Gitterabdeckung

Wie bereits erwähnt, muss der Bodenbelag den während des Betriebs zu erwartenden Belastungen und Beanspruchungen dauerhaft standhalten.

Sind Spalte bzw. Fugen vorhanden, müssen diese sachgerechte verfugt werden.

Die Praxis zeigt, dass rund ausgeformte Kehlsockel als Übergänge zwischen Fußboden und Wand sich leichter reinigen lassen als rechtwinklig ausgeführte Varianten. Zudem ist es aus demselben Grund ratsam, entlang der Wände bis zu einem waagrechten Abstand von 15 cm unprofilierten Bodenbelag zu verlegen (Abb. 5).

Abb. 5: Bodenbelag im Übergangsbereich zu Wand mit rund ausgeformten Kehlsockel und angrenzenden unprofilierten Fliesen

Abb. 5: Bodenbelag im Übergangsbereich zu Wand mit rund ausgeformtem Kehlsockel und angrenzenden unprofilierten Fliesen

Dasselbe gilt in Eckbereichen (Abb. 6)

Abb. 6: Vorbildlicher Bodenbelag im Eckbereich

Abb. 6: Vorbildlicher Bodenbelag im Eckbereich

Um das Reinigen unter z. B. Kochkesseln etc. zu erleichtern, ist es sinnvoll, diese auf Sockel zu stellen oder sie an der Wand zu befestigen. Es ist ratsam, unter diesen fest stehenden Maschinen und Geräten, Böden mit möglichst geringen R-Werten bzw. ohne Verdrängungsraum zu verlegen. Eine besonders elegante Variante für die Aufstellung von Maschinen und Geräten wurde bereits in Abbildung 3 gezeigt.

In Arbeitsräumen, in denen in größeren Mengen Wasser- bzw. Fettdämpfe entstehen, ist eine wirksame Raumbe- und -entlüftung vorzusehen. Dadurch wird vermieden, dass sich Kondensat auf dem Fußbodenbelag niederschlägt.

In Eingangsbereichen kann bspw. durch Überdachungen oder zurückversetzte Anordnung der Eingangstür der Fußboden gegen Schmutz, Nässe, Schnee und Kälte geschützt werden.

In Außenbereichen gelten grundsätzlich die gleichen Anforderungen an Fußböden von Arbeitsräumen, Arbeitsbereichen und betrieblichen Verkehrsflächen wie in Innenbereichen.

 

Autor: Hartmann
2017-8-30