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Unfallbeispiele, die beim Arbeiten im Behälter, in Silos und/oder in engen Räumen passiert sind und warum sie passiert sind, gibt es auf dieser Seite zum Nachlesen. Wichtige Hinweise zur Vermeidung dieser Unfälle und wo mögliche Gefährdungen entstehen können, werden ebenfalls erklärt.
Tod im Tank
Ein Azubi bemerkte, dass ein Spachtel in einen Sammeltank für Hefe gefallen war und informierte einen Brauer. Dieser stieg mit einer Leiter in den Tank ein, ohne vorher sicherzustellen, dass keine gefährliche Konzentration von Kohlendioxid im Tank vorhanden ist. Nachdem der Brauer im Tank bewusstlos zusammensackte, leitete der Azubi die Rettungskette ein. Ein weiterer Brauer brach einen Rettungsversuch mit ungeeigneter Absicherung (Beckengurt und Atemschutzmaske mit einem Gasfilter) ab, als er merkte, dass ihm schwindelig wurde. Der verunfallte Brauer wurde von der Feuerwehr, die atemluftunabhängigem Atemschutz trug, befreit. Er verstarb später im Krankenhaus an einer Kohlendioxidvergiftung.
Diese Maßnahmen hätten den Unfall verhindern können:
Einstieg nur nach Freigabe mit Erlaubnisschein durch einen vom Betrieb benannten Aufsichtsführenden
Freimessen mit einem geeigneten Messgerät und Lüften bis eine ungefährliche Atmosphäre gewährleistet ist
Einstieg mit geeigneten Hilfsmitteln, wie z. B. Personenwinde oder Leiter und Höhensicherungsgerät mit Rettungshub der Klasse B, so dass der Einsteigende jederzeit ohne Eigengefährdung vom Sicherungsposten gerettet werden kann
Tödliche Falle Schüttgut: Zwei Unfallbeispiele
Schüttgüter wie Getreide, Schrote, Grieße und Mehle werden immer wieder zur tödlichen Falle, wie die drei nachfolgenden Silounfälle zeigen.
Unfallbeispiel 1: Standfläche wird plötzlich zum Trichter
Ein Betrieb lagerte Nassmais im Silo ein. Wenn der Mais zur Verarbeitung aus dem Silo abgezogen wurde, musste er erst über einen Trockner laufen. Es war in dem Betrieb üblich, bereits während des Entnahmevorgangs die verschmutzten Silo-Innenwände zu reinigen. So stieg bei Beginn der Entnahme ein Mitarbeiter in das Silo ein und stellte sich auf das Schüttgut. Von dort aus reinigte er die Wände umlaufend mit einer Maurerkelle. Die kontinuierlich absinkende Schüttgut-Oberfläche diente ihm als „Aufzugsplattform“. Bis sich die vermeintliche Plattform in einen tödlichen Trichter verwandelte – bedingt durch das schnelle Abziehen des Maises. Der Mitarbeiter sank schnell immer tiefer ein und wurde durch das auf seinen Brustkorb drückende Schüttgut erstickt. Ein Kollege hatte noch versucht, den Versinkenden zu befreien, was ihm nicht gelang.
Ungesichertes Betreten des Schüttguts (ohne z.B. Silohose an Siloeinfahreinrichtung), während es abgezogen wird, d.h. wenn eine Hohlraum- und Trichterbildung extrem begünstigt wird
Keine geeignete Vorrichtung zum Einfahren und zur Rettung vorhanden
Unfallbeispiel 2: Versunken und erstickt – Rettungsgurt bietet keine Sicherheit
In einer Mälzerei gab es in einer Zwickelzelle des Malzsilos eine Stauung. Mit einer Siloeinfahreinrichtung fuhr ein Mitarbeiter in das Silo ein: Dort versuchte er die Stauung mit einer Stahlstange zu beseitigen. Vom Sitz der Einfahreinrichtung aus war das sehr mühsam. Deshalb verließ er den Sitz und trat auf das Schüttgut. Er hatte vor dem Einfahren einen Rettungsgurt angelegt, dessen Sicherungsseil der Aufsichtführende und zwei Helfer an der Befahröffnung festhielten. Auf dem Schüttgut stehend brach er plötzlich ein. Den Sicherungsposten gelang es nicht, den Versinkenden aus dem Malz herauszuziehen. Er erstickte.
Mangelhaft abgesichertes Betreten des Schüttguts (ohne z.B. Silohose an Siloeinfahreinrichtung) – Einfache Seile und auch die Verwendung von PSA gegen Absturz (z.B. Höhensicherungsgeräte) Rettungsgurte und PSA gegen Absturz sind hier nicht ausreichend.
Sicheres Befahren von Behältern, Silos und engen Räumen – aus weiteren Unfallbeispielen lernen
In den Unfallbeispielen aus dem BG RCI Informationssystem „Sicheres Befahren von Behältern, Silos und engen Räumen“ wird anhand realer Beispiele jeweils auf den Unfallhergang, die Unfallursachen und die wesentlichen Maßnahmen zur Unfallvermeidung eingegangen. Die hier dargestellten Unfallsituationen können sich so oder so ähnlich auch in Mitgliedsbetrieben der BGN ereignen.