Beispiele für Unfälle im Küchenbetrieb, Unfallschwerpunkte und häufige Unfallursachen sind hier zusammengefasst. Außerdem wird erklärt, wie man Unfallrisiken (Gefährdungen) erkennt.
Unfallschwerpunkte in Küchen
Die häufigsten Unfallschwerpunkte in Küchenbetrieben sind:
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Umgang mit manuellen Handwerkzeugen (z. B. Messer und Hackmesser (Beile)): Köchinnen und Köche verletzen sich hierbei häufiger als Küchenhilfen, da sie in der Regel öfter mit manuellen Handwerkzeugen arbeiten
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Rutsch- und Sturzunfälle, meist infolge von Ausgleiten, Stolpern, Hinauf- und Hinabsteigen
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Verbrühungen beim Einfüllen, Auffüllen, Ausgießen und Entleeren etc. an heißen Medien (z. B. kochendes Wasser, erhitztes Fett oder Öl) sowie Verbrennungen durch offenes Feuer oder an heißen Oberflächen
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Kontakt mit gefährlichen Stoffen (z. B. reizende oder ätzende Reinigungs- und Desinfektionsmittel) über die Haut bzw. durch die Augen
Schwerpunkt bei den schweren Unfällen (Unfälle mit schweren Verletzungen) sind Jahr für Jahr Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle (SRS-Unfälle). Personen, die tätigkeitsbedingt mehr gehen, laufen, hochsteigen (z. B. Küchenhilfe, Köchin oder Koch, Service) haben deutlich mehr SRS-Unfälle zu verzeichnen.
Häufige Unfallursachen im Küchenbetrieb
Im Küchenbetrieb sind folgende Punkte häufige Unfallursache, wobei auch mehrere Ursachen möglich sind:
Technisch (baulich), z. B.
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nicht ausreichende Rutschhemmung des Bodenbelags
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Vorhandensein von Sturz- und Stolperstellen (z. B. defekte Fliesen, schadhafter Belag, Löcher, am Boden verlegte Leitungen im Arbeits- und Verkehrsbereich)
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nicht ausreichende Helligkeit bzw. unzureichende künstliche Beleuchtungsstärke
Organisatorisch und Personenbezogen, z. B.
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Verkehrswege sind nicht in der erforderlichen Breite freigehalten
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Verschmutzungen bzw. gleitfördernde Stoffe (Fette, Öle, Speisenabfälle), Feuchte durch Reinigung etc. werden nicht sofort entfernt
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unzureichende und ungeeignete Reinigung und Pflege des Bodens (z. B. falsches Reinigungsverfahren, ungeeignete Reinigungsmittel, falsche Dosierung, nicht angemessene Häufigkeit)
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Tragen von ungeeignetem Schuhwerk entsprechend den Tätigkeiten
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nicht zur Verfügung stellen und Benutzung geeigneter Leitern und Tritte in ordnungsgemäßen Zustand (einschließlich fehlender arbeitstäglicher Sichtkontrolle vor Verwendung)
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Transportieren von Gegenständen, die die Sicht verhindern
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Zeitdruck, Hektik, Eile
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nicht angepasste Gehgeschwindigkeit
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mangelnde Aufmerksamkeit z. B. wegen Ablenkung (Telefonieren während des Gehens)
Unfälle, insbesondere solche, die zu erheblichen Verletzungen, Ausfallzeiten und Kosten führen können, sind zu vermeiden. Schutzmaßnahmen müssen immer nach dem TOP-Prinzip, orientiert an dem „Stand der Technik“ umzusetzen. Also: zuerst technische, dann organisatorische, zuletzt personenbezogene Maßnahmen.
Zur Unterstützung können Sie die Checkliste zur Ermittlung von Unfallursachen nutzen.