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Person hält einen Ball mit Gefahrstoffsymbolen darauf in den Händen

Branchenwissen

Beispiele für Unfälle mit Chemikalien und Gefahrstoffen

Gefahrstoffe und Chemikalien | Wissen kompakt

Auf dieser Themenseite sind Unfallbeispiele im Umgang mit Gefahrstoffen und Chemikalien, deren Ursachen, Maßnahmen zur Vermeidung sowie weiterführende Informationen zusammengestellt:

Fehlende Kontrolle und Unterweisung: Verätzungen

Die Entkalkungsanlage eines Hotels war mehrere Jahre defekt. Infolgedessen hatten sich dicke Verkalkungen an Armaturen und Fliesen gebildet.

Eine Mitarbeiterin wollte die Verkalkungen entfernen und benutzte einfache Spülhandschuhe zum manuellen Reinigen mit achtzigprozentiger Essigsäure. Geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA, z. B. andere Handschuhe) war nicht vorhanden. Nach mehreren Tagen dieser Tätigkeit hatte sie Verätzungen an den Händen.

Im Betrieb stand auch die weniger gefährliche Zitronensäure für Reinigungszwecke zur Verfügung.

Eine Unterweisung zu Auswahl, Gefährdungen und Dosierung von Reinigungsmitteln hätten die Verätzungen verhindern können. Die unzureichende Unterweisung, fehlende Wirksamkeitskontrolle und der uneingeschränkte Zugang zu Gefahrstoffen führten zum Unfall.

Zudem wäre bei einer vorbeugenden Wartung und Instandhaltung der Wasseranlage die Kalkentfernung mit einem aggressiven Reinigungsmittel ggf. nicht notwendig gewesen.

Verwechslung beim Reinigen einer Kaffeemaschine

Ein Mitarbeiter wollte das Milchsystem der Kaffeemaschine mit einer Reinigungslösung sauber machen. Im bis zum Unfall betriebsüblichen Ablauf wurde dafür der Milchbehälter aus der Kaffeemaschine durch einen Plastik-Trinkbecher ersetzt, der mit der Reinigungslösung befüllt ist, so dass diese über das Milchsystem angesaugt und dann wieder in den Becher zurückgespült wird.

Am Unfalltag war der üblicherweise hierfür verwendete Trinkbecher mit der Aufschrift „REINIGUNG“ in der Spülmaschine, weshalb der Mitarbeiter ein normales Trinkglas benutzte, das zufällig neben der Maschine stand. Im Trinkglas war noch Wasser.

Ein Kollege arbeitete im selben Bereich und hatte kurz zuvor das Trinkglas mit Wasser gefüllt, etwas getrunken und dann weitergearbeitet. Als er an den Kaffeemaschinen vorbeikam, wollte er nochmal schnell etwas trinken und griff das Glas, in dem sich jetzt aber die Reinigungslösung befand. Es kam („nur“) zu einer Reizung der Schleimhäute.

Zwei Unfälle mit Reinigungsmittelkonzentraten

Ein Beschäftigter wollte den Abfluss eines Weinkühlschranks reinigen. Er schüttete dazu ein alkalisches Abflussreiniger-Konzentrat in den Abfluss. Dieser Vorgang zeigte nicht die gewünschte Wirkung und er goss Wasser nach.

Es kam zu einer starken chemischen Reaktion, dabei wurde Reinigungsmittel herausgeschleudert und traf den Beschäftigten.

Tropfen im Gesicht sowie am Hals wusch er sofort mit klarem Wasser ab. Eine Schutzbrille bewahrte seine Augen vor schweren Verätzungen. 

Er bemerkte jedoch nicht, dass einige Tropfen des Reinigungsmittels seine Jacke (im Bereich der Armbeuge) trafen. Durch den längeren Kontakt mit dem Reinigungsmittel kam es hier zu einer sehr starken, tiefgehenden Verätzung

 

Ein anderer Beschäftigter reinigte Regale im Gastraum mit unverdünnter 80-prozentige Essigsäure. Er trug nur einfache Gummihandschuhe, die nicht für Säure ausgelegt waren und während der Reinigung rissen. Dabei kam er mit seiner rechten Hand über einen längeren Zeitraum in Kontakt mit der Essigsäure. Die Hand wurde verätzt und bildete Blasen.

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